PRÁŠILY A OKOLÍ

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Einwohnerarm, aber im Kataster ausgedehnt und mit ihrem Reichtum an Naturschönheiten bezaubernd ist die Ortschaft Borová Lada. Sie liegt in einer Höhe von etwa 900 m ü. M. am Zusammenfluss des Vydøí potok (Otterbach), der Teplá Vltava (Warme Moldau) und der Malá Vltava (Kleine Moldau oder Moldaubach). Im Augenblick hat sie an die 300 dauerhaft hier lebende Einwohner. Das Gemeindegebiet umfasst nicht ganz 7000ha. Zu Borová Lada gehören die Ansiedlungen Nový Svìt und Svinná Lada, ausserdem die schon verfallenen Siedlungen Knížecí Plánì (Fürstenhut), Zahrádky, Èerná Lada, Šindlov und Paseka.

Borová Lada befindet sich teils auf dem Gebiet des Nationalparks Šumava (Böhmerwald), teils auf dem des Naturschutzgebiets Šumava.

Die Gründung der Gemeinde knüpft sich an das Jahr 1750. Schon 1721 war hier von František Adam von Schwarzenberg ein fürstliches Revier angelegt und 1724 die hölzerne Jagdhütte Jägerhäuser errichtet worden (tschechisch "Lovecké Domky", später " Na Myslivnách").

Ab 1750 kommt es zu einer allmählichen Besiedlung dieser Regionen durch die ersten Ansässigen, vor Allem aus den benachbarten Orten der Vimperker (Winterberger) Herrschaft. 1855 standen hier schon 26 Häuser, meist aus Holz, mit 230 Einwohnern.

Die strategische Plazierung der Ortschaft am Zusammenfluss dreier Bergflüsschen gab auch den Anstoss zur Entwicklung einer bestimmten industriellen Produktion. In der Gemeinde gab es drei Sägewerke, eine Mühle, eine kleine Hammermühle und die Eibnersche Streichholzfabrik.

Im Ort stand jedoch nie eine Kirche oder Kapelle. Eine kleine Ziegelkapelle mit hohem Glockentürmchen und einem wunderschönen durchbrochenen Giebel stand erst hinter dem Dorf am Waldrand. Von ihr aus divergierten kleine Kreuzwegkapellen. Dieses Kleinod der Volksarchitektur wurde jedoch unter dem früheren Regime abgerissen.

Zwei Jahre später als Borová Lada, also 1752, entstand die ursprüngliche Holzfaellersiedlung Nový Svìt, die bis 1945 Verwaltungs- und Pfarrgemeinde war. Das Dorf unterhalb der Gipfel des Kamenná und des Bukovec wurde von der spätbarocken St.-Martins-Kirche dominiert. Auch diese wurde jedoch 1976, während des totalitären Regimes, abgerissen.

Ein ähnliches Schicksal erlitten auch ganze Dörfer in der Nähe von Borová Lada, z. B. Knížecí Plánì. Dieser Bergort war 1792 von Fürst Schwarzenberg gegründet worden. 1820 hatte er schon 500 Einwohner, 60 Bauernhöfe, ein Forsthaus, ein Jägerhaus, eine Mühle und ein Sägewerk, eine Gastwirtschaft und eine Grenzwachtstation. 1830 wurde hier ein Friedhof eingerichtet und 1834 eine steinerne Kirche gebaut. Ab 1902 gab es hier ein Gemeindeamt und ab 1930 eine Post. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die ursprünglichen Einwohner ausgesiedelt und nach 1950 verfiel der Ort völlig. An das einst blühende Dorf erinnern nur der erneuerte Friedhof und ein grosses Holzkreuz an der Stelle, wo die Kirche gestanden war.

Durch seine Lage inmitten der Wälder des Böhmerwalds und der wunderschönen, noch unbändigen Natur ist Borová Lada ein attraktiver Platz zum Atem holen und zur aktiven Entspannung der Besucher des Šumava. Im Sommer sind hier für Fussgänger und Radfahrer gut gekennzeichnete Routen vorbereitet, im Winter wiederum über 50 km gut präparierter und in Stand gehaltener Langlaufloipen, um deren Instandhaltung sich die Gemeinde mit Unterstützung von Unternehmern und dem Nationalpark kümmert.

Die Umgebung von Borová Lada, das Tal der Teplá Vltava und des Vydøí potok ist mit typischen Böhmerwälder Bauwerken mit Halb-Walmdächern und mit niedrigen, dekorativ zusammengesetzten Giebeln geschmückt. Sie ist aber auch eine einzigartige Naturlokalität mit wertvollen Moorseen. Besonders erwähnenswert ist das Chalupská -Moor, nicht weit von Svinná Lada gelegen. Das geschützte Chalupská-Moor ist ein Torf-Hochmoor mit dem grössten und schönsten Torfmoorsee in Böhmen. Der Lehrpfad, der zum See führt, ist 260 m lang und führt uns auf einem Holzsteg zwischen Latschenkiefern, Rotbirken und hohen Heidelbeersträuchern bis zur Aussicht auf schwimmende, mit rundblättrigen fleischfressenden Pflanzen und Zwergbirken bewachsenen Inselchen.